Viel in Bewegung mit mylife Loop
Die energiegeladene Kathi hat einen turbulenten Alltag als berufstätige, dreifache Mutter und begeisterte Sportlerin. Als Healthfluencerin informiert sie auf ihrem Instagram Kanal @diabeteswelt_lipaktiv rund um die Themen Diabetes und Lipödem. Sie ist somit erfolgreiche Botschafterin für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Beim Sport liegt ihr vor allem Tischtennis am Herzen. Aber auch sonst hat sie sehr viel Bewegung in ihren Alltag integriert und geht so mit großem Vorbild voran.
Seit wann spielst du Tischtennis und warum ist das deine große Leidenschaft?
Tischtennis spiele ich, seit ich sieben Jahre alt bin, also seit 26 Jahren. Der Sport hat mein Herz erobert, weil er für alle ausübbar ist! Egal wie groß oder klein jemand ist, welche Körperstatur oder Beeinträchtigung eine Person hat, Tischtennis kann so gut wie immer und auch bis ins hohe Alter gespielt werden. Es ist meine große Leidenschaft, da ich als junges Mädchen bereits entdeckt wurde und quasi mein Leben lang mehrfach in der Woche in der Halle stehe. Glücklicherweise wurde ich viel gefördert und meine Trainer motivierten mich auch in der Pubertät zum Weitermachen, einer Zeit, in welcher viele ihren Leistungssport an den Nagel hängen.
Heute habe ich viele Freunde aus dem Tischtennisbereich. Ich mag die Mentalität der Tischtennisspielerinnen und -spieler. Grundsätzlich kann ich mir ein Leben ohne Tischtennis nicht mehr vorstellen.
In welchem Alter wurde Typ -1-Diabetes bei dir festgestellt? Wie bist du damit umgegangen?
Mit 21 Jahren habe ich die Diagnose Typ-1-Diabetes bekommen. Mein damaliger Arzt sagte, ich müsse nun mit meinem Leistungssport Tischtennis aufhören. Er meinte, es sei zu gefährlich und nicht wirklich anpassbar, da die damalige Therapie noch nicht mit den heutigen Möglichkeiten vergleichbar war. Das hat mich ziemlich getroffen und fertig gemacht. Tatsächlich habe ich einige Zeit den Schläger nicht in die Hand genommen, weil ich sehr viel Respekt und Angst vor Entgleisungen hatte. Als ich gesehen habe, dass andere Menschen mit Typ-1-Diabetes ebenfalls Sport auf hohem Niveau treiben und es Möglichkeiten der Anpassung bei sportlichen Aktivitäten gibt, habe ich verschiedene Strategien ausprobiert und endlich wieder Tischtennis gespielt. Tatsächlich hat mich die Akzeptanzphase nach der Diagnose ziemlich geprägt.
Wie bist du zu myLoop gekommen?
Zu myLoop bin ich als Testimonial gekommen. Angedacht war eine kurze Testphase über wenige Wochen, um myLoop auszuprobieren. Ich war eine der ersten in Deutschland, die damit versorgt worden sind. Heute kann ich sagen, ich nutze das System schon seit über zwei Jahren und kann mir kein besser anpassbares, individuelleres Loop-System vorstellen.
Wie unterstützt dich myLoop dabei, deine Glukosewerte auch während sportlichen Aktivitäten im Zielbereich zu halten?
Täglich treibe ich zwischen eineinhalb und zwei Stunden Sport. Ich wechsle zwischen Tischtennis, Schwimmen, Jumping Fitness, Hula-Hoop und Krafttraining. Je nach Intensität, Länge des Trainings und Sportart habe ich für mich mittlerweile herausgefunden, welche Optionen des myLoop ich für welche Situationen verwende. myLoop ermöglicht es mir ohne viel Vorlauf, eine wunderbare Sporteinstellung zu erzielen. Meistens arbeite ich mit dem Ease-Off-Modus und einem vorübergehend veränderten Glukoseziel.
In meinen Arbeitsalltag baue ich gerne kurze, aber intensive Aktivpausen ein. Meistens muss ich für diese 15- bis 30-minütigen Hula-Hoop- oder Trampolin-Sessions gar nicht viel anpassen. Ich esse über den Tag hinweg sehr proteinreich und nehme vor der Aktivpause einige Fett-Protein-Einheiten (sog. FPE) zu mir. Gerne kombiniere ich die Mahlzeit mit einer ganz kleinen Menge schnell wirksamer Kohlenhydrate. Damit gleiche ich die sportliche Aktivität danach komplett aus und bleibe in meinem Zielbereich. Längere oder intensivere Sporteinheiten reguliere ich durch den Ease-Off-Modus kombiniert mit der Glukosezielanpassung. Mein Sport-Diabetes-Management war für mich noch nie so einfach und gut regulierbar wie mit myLoop.
Wie bereitest du dich beim Tischtennis auf eine längere Trainingseinheit oder einen Wettkampf vor?
Die ersten Jahre nach der Diagnose waren ein Auf und Ab, was die Einstellung meiner Werte während Wettkämpfen oder Trainingseinheiten anbelangt. Seit ich myLoop nutze, läuft es erheblich besser. Was wichtig zu erwähnen ist: es gibt verschiedene Möglichkeiten, sportliche Aktivitäten mit myLoop zu regulieren. Man kann bestimmte Funktionen auch kombinieren. Das habe ich in den letzten Jahren nach und nach herausgefunden. Natürlich kann es sein, dass es eine Weile dauert und man vieles ausprobieren muss, bis man eine gute Sporteinstellung gefunden hat. Aber es lohnt sich, am Ball zu bleiben.
Das Management für Trainingseinheiten, die beim Tischtennis zwischen zwei und drei Stunden dauern, habe ich mittlerweile optimiert. Zwei Stunden vor dem Training gehe ich in den Ease-Off-Modus (mein Glukoseziel wird damit erhöht) und gleichzeitig stelle ich mein Glukoseziel (unter „Einstellungen“ / „persönlicher Glukosezielbereich“) höher als üblich. Das Glukoseziel passe ich nach dem Training wieder an meinen Wohlfühlwert an, lasse den Ease-Off-Modus jedoch noch einige Zeit laufen, um den Muskelauffülleffekt nach sportlicher Aktivität abzufangen.
Wettkämpfe sind anders einzuordnen und zu managen. Man spielt meistens zwei Tage am Stück von morgens bis abends und hat zwischendurch mal kürzere und mal längere Pausen. Abschätzen wann die Pausen sind, kann man meistens nicht. Von daher sind Wettkämpfe herausfordernd. Hier ist es für mich wichtig, dass ich vor jedem Spiel zwischen 140 und 180 mg/dL (7,8 und 10,0 mmol/L) liege und dass ich je nach Wert regelmäßig anpasse. Natürlich arbeite ich auch hier mit einer Zielwerterhöhung, habe aber auch die Aspekte wie das aktive Insulin und FPE im Blick. Wenn die Aufregung dazu kommt, können die Werte auch zwischenzeitlich höher als erwünscht liegen. Adrenalin führt nämlich zu einem Anstieg der Werte. In solchen Situationen halte ich meine CamAPS FX App immer parat, um mir genau anzuschauen, wo der Wert liegt, wohin der Trendpfeil zeigt und ob ich gegebenenfalls den Boost-Modus aktivieren sollte.Wo verstaust du die Pumpe und das Smartphone beim Tischtennis?
Beim Tischtennis trage ich meine YpsoPump am Bund des Tischtennis-Rocks oder in der darunterliegenden Hose. Die Hose hat eine Tasche, da befindet sich in den allermeisten Fällen die Pumpe während des Trainings oder der Tischtennisspiele. Manchmal trage ich die YpsoPump auch im BH. Das Handy habe ich beim Tischtennis immer unter dem Tisch mittig. Damit kann ich sicher sein, dass die Bluetooth Reichweite gegeben ist, ich meine Werte habe und mein Loop laufen kann.
Hast du seit der Verwendung von myLoop eine Verbesserung deiner sportlichen Leistung oder Erholung festgestellt? Wenn ja, gibt es ein Beispiel?
Vor allem kann ich spontaner und mental befreiter in sportliche Aktivitäten starten als je zuvor, da ich mit den verschiedenen Anpassungsmöglichkeiten meinen Weg für jegliche sportliche Aktivität gefunden habe. Eine Turnierunterbrechung ist, seit ich myLoop verwende, nicht vorgekommen, da mein System jede diabetesspezifische Herausforderung bislang wirklich gut gemeistert hat. Was mir aufgefallen ist: ich traue mich, mehr und häufiger Sport zu machen. Das System nimmt mir viele Sorgen und Ängste, was sportliche Aktivitäten anbelangt, ab.
Wie hilft dir myLoop bei der Anpassung deiner Insulindosierung oder bei der Kontrolle des Glukosespiegels bei verschiedenen Arten von körperlichen Aktivitäten?
Auf Leistungssport und Wettkämpfe bin ich weiter oben bereits ausführlich eingegangen. Nun möchte ich über leichte sportliche Aktivitäten sprechen wie Spaziergänge mit den Kindern, Gartenarbeit oder kleine Wanderungen. Meistens stelle ich bei leichteren körperlichen Aktivitäten den Ease-Off-Modus ein und stelle mein Glukoseziel nicht um, da es mir auf diese Art und Weise absolut genügt. Trotzdem habe ich gerne ausreichend Hypo-Helfer in Form von schnell wirksamen Kohlenhydraten dabei, falls die Aktivität doch intensiver ist als erwartet.
Kannst du Tipps oder Strategien für andere Sportlerinnen und Sportler mit Diabetes geben, die in Erwägung ziehen myLoop zu nutzen, um ihren Diabetes während des Sports zu kontrollieren?
In meinen Augen ist es wichtig, sich anzunähern und alle Funktionen von myLoop auszutesten. Der Ease-Off-Modus ist eine wundervolle Möglichkeit, sein Glukoseziel vorübergehend zu erhöhen. Wenn man ein sehr niedriges Ausgangsglukoseziel hat, kann man zusätzlich die Zielwertanpassung nutzen und das je nach Sportart, Intensität, Dauer und hormoneller Lage so lange abändern und ausprobieren, bis man seine optimale Einstellung gefunden hat. Hier kann eine genaue Dokumentation der Einstellungen bei verschiedenen sportlichen Aktivitäten helfen.
Was sind deine Gedanken, wenn du Tischtenniswettkämpfe bei den Olympischen Spielen anschaust?
Ich denke mir jedes Mal, dass Tischtennis eigentlich populärer sein sollte, weil die Spiele super anschaulich und spannend sind! Es gab so viele Änderungen wie die kürzeren Sätze und größere Bälle, damit sich mehr Menschen Tischtennis im Fernsehen oder auf Veranstaltungen anschauen - jedoch blieb der "BOOM" aus. Vielleicht verändert es sich ja in diesem Jahr. Ansonsten wünsche ich meinen Kolleginnen und Kollegen bei Olympia viel Erfolg, da ich einige persönlich kenne. Nicht nur Tischtennisspielerinnen und -spieler, sondern auch viele Leichtathletinnen und Leichtathleten.